Abstract
Frakturen des distalen Radius sind die häufigsten Frakturen der oberen Extremität bei der Bevölkerung im mittleren und höheren Lebensalter. Diese Frakturen, die gewöhnlich als Colles-Frakturen bezeichnet werden, haben relativ wenig Beachtung in orthopädischen Kreisen gefunden. Vielleicht ist dies auf die Tatsache zurückzuführen, daß keine der normalerweise angewandten Behandlungsmethoden bisher in der Lage war, die Komplikationen einer Verkürzung und des Verlusts der radialen und volaren Neigung der Gelenkfläche des distalen Radius vollständig auszuschalten (s. klinische Daten, S. 332, Tabelle 6.2). Solche Komplikationen sind bei bestimmten Frakturen als unvermeidbar akzeptiert und ihre klinische Bedeutung ist nicht ernsthaft beachtet worden. Die Patienten scheinen sich an die Deformierung und an die zurückbleibende Bewegungseinschränkung und Schwäche beim Zugreifen zu gewöhnen. Alle üblichen Behandlungsmethoden scheinen eine relativ lange Periode der Gebrauchsunfähigkeit zu benötigen, bevor das Maximum an Restitution erreicht ist.